Wallfahrtskirche Maria Gnadenbrunn zu Burgau

Die Wallfahrtskirche Maria Gnadenbrunn zu Burgau ist der Gottesmutter geweiht und feiert am 8.September, dem Fest Maria Geburt, ihr Patrozinium. Das Gründungsjahr der Kirche ist unbekannt; man weiß aber, dass der gotische Bau im Jahr 1418 durch die Ungarn zerstört wurde. Der heutige Altarraum wurde Ende des 15.Jahrhunderts wieder aufgebaut. Im Jahr 1617 wird in der Pfarrchronik erwähnt: „Unter der Sakristei (heute Taufkapelle) auf der Nordseite fließt eine lebendige Quelle.“ Daher stammt der Name Gnadenbrunn. Leider dürfte die Quelle irgendwann versiegt sein. Nach einem Brand 1624 wurde das Langhaus gebaut und 1626 vollendet, wie eine Inschrift am Südportal beweist. 1782 hat Kaiser Josef II, Sohn Maria Theresias, neben vielen Klöstern, Stiften und Wallfahrtskirchen auch den Wallfahrtsort Burgau aufgehoben. Im Zweiten Weltkrieg hat die Pfarrkirche unter Direktbeschuss schwer gelitten, konnte aber innen und außen restauriert werden.

Pfarre Burgau
Kircheggstraße 107
8291 Burgau
T: +43 3383 2245
E: burgau@graz-seckau.at
I: http://burgau.graz-seckau.at
Kanzleistunden:
Donnerstag: 9:00-11:00 Uhr (mit Pfarrsekretärin)
Donnerstag: 17:45-18:15 Uhr (mit Pfarrer Czobot, nach telefonischer Vereinbarung)

Der Altarraum ist größtenteils aus der Zeit der Gotik erhalten geblieben. Auch die wunderschöne geschnitzte Madonna stammt aus der Zeit 1420/1430. Viele Engelsköpfe schmücken den Hochaltar und seitlich stehen die Figuren der Heiligen „Paulus mit dem Buch“ und „Petrus mit dem Schlüssel“. Die schönen Glasfenster neben dem Altar stellen die Heilige Anna, die Mutter Marias, und die Heilige Elisabeth von Thüringen, die Patronin der Nächstenliebe, dar.

Im Altarraum befindet sich ein außerordentliches Marmorepitaph des Weikard von Polheim, das aus der Renaissancezeit stammt. Auch eine der vier Glocken der Kirche weist ein hohes Alter auf – sie stammt aus dem Jahre 1586. Die anderen drei Glocken stammen aus der Zeit nach dem Krieg, da die Alten für Kriegszwecke eingeschmolzen worden waren.

Die beiden Seitenaltäre sowie der Altar in der Taufkapelle stammen aus dem 18.Jahrhundert, ebenso die Kanzel und die auf einer Wolkenkonsole stehende Johann-Nepomuk-Statue.

Die heutige Taufkapelle ist dem Heiligen Aloisius geweiht. Der rechte Seitenaltar im Kirchenschiff ist der sogenannte Sakramentsaltar, der linke Seitenaltar ist dem Hl. Donatus, dem Wetterpatron, geweiht. Bei einem schweren Unwetter wurde die Mariensäule am Hauptplatz zerstört. Damals haben unsere Vorfahren geschworen, jeden 2.Sonntag im Juli eine Prozession von der Kirche zur Mariensäule zu Ehren des Wetterpatrons zu machen. Daraus entstand der Donatisonntag, an dem heute das Pfarrfest gefeiert wird.

Auf der Kanzel ist eine Hand mit einem Kreuz von Interesse. Diese Darstellung stammt aus dem Jesuitenstaat Paraguay in Südamerika, wo die Prediger nach dem Pauluswort: „Wir verkündigen Christus, den Gekreuzigten“, ein Kreuz in der Hand hielten.

Gegenüber der Kirche befindet sich eine Opferlichtkapelle, die mit einem schönen Kreuz und einem Bild von Franz Weiß zu Ehren des Pfarrers Heinrich Dalla Rosa ausgestattet ist. Dalla Rosa war ein Burgauer und wurde knapp vor Kriegsende in Wien geköpft. Er wurde ein Opfer des damaligen Systems.

Das Glasfenster zu Ehren des Hl.Donatus wurde vom einheimischen Künstler Mag.Josef Lederer gestaltet. Bei Renovierungsarbeiten dieses Gebäudetraktes und des Pfarrhofes einige Meter unterhalb der Kirche, stieß man auf unterirdische Gewölbe, die auf einen Verbindungsgang zwischen Schloss, Pfarrhof und Kirche schließen lassen. Aufgrund der Funde menschlicher Knochen ist anzunehmen, dass sich rund um die Kirche der Friedhof befand.

Seit 1983 finden wieder regelmäßig von April – Oktober, jeweils am 13. des Monats, Wallfahrten zur Gottesmutter „Maria Gnadenbrunn zu Burgau“ statt.

Kapellen und Marterln auf den Wanderwegen rund um Burgau

Rotes Kreuz:
Renoviert und erneuert 2002 von der Frauenbewegung
und. Renovierung Herrgott 2007.

Mühlhauser Kapelle:
Barocke Wegkapelle aus der Mitte des 18. Jahrhunderts. Abgetreppter Giebel mit Volutenzier. Eckpilaster mit Stuckornamentik in beginnenden Rokokoformen. Holzskulptur „Christus an der Geiselsäule“.

Dreifaltigkeitskapelle: 
Westlich der Kirche, halbrund geschlossener Bau, geschwungener Volutengiebel über Eckpilaster mit barockem Stuckdekor, gemauerter Altarmensa, 1. Hälfte 18. Jh. (Wandmalerei hl. Dreifaltigkeit, datiert 1963).

Galgenkreuz: 
Pieta, vor der die zum Tode Verurteilten ihr letztes Gebet verrichteten. In übergiebelter, von Steinkruzifix bekrönter Nische, reliefartige Pietadarstellung aus Stein. 1. Hälfte 17. Jh.

Schwarzes Kreuz:
Bildstock zur Erinnerung an die Pest in Burgau.

Luther-Kreuz: 
Zur Erinnerung an den verunglückten Förster Luther, den sein Hund einige Tage bewacht und dann den Suchtrupp zu ihm geführt hat.

Bildeiche:
Zur Erinnerung an einen Viehhändler, der sich mit viel Geld in der Tasche vor Räubern auf die damalige Eiche gerettet hat.

Frühmann-Denkmal:
Ein Steindenkmal, das an den beim Holzschlagen verunglückten Herrn Frühmann aus Burgau erinnert.

Mariazeller Kreuz:
Ein Holzkreuz, bei dem die Fußwallfahrer nach Mariazell jedes Jahr ihr erstes Gebet verrichten.

Feldkreuz:
Für Bittprozessionen vor Christi Himmelfahrt.